Warum wir Pausen oft verschieben - und wie du dir kleine Auszeiten erlaubst
- zimmerjeanette
- 2. Sept. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 16. Sept. 2025
Wir alle wissen, dass Pausen wichtig sind. Und doch erwischen wir uns immer wieder dabei, sie aufzuschieben: „Nur noch schnell diese Mail beantworten.“ „Wenn ich die Aufgabe fertig habe, gönne ich mir fünf Minuten.“ Oder: „Heute ist so viel los, da bleibt einfach keine Zeit für eine Pause.“
Die Ironie dabei: Genau in den Phasen, in denen wir glauben, keine Pause machen zu dürfen, brauchen wir sie am dringendsten. Unser Körper signalisiert Müdigkeit, die Konzentration lässt nach, kleine Fehler schleichen sich ein. Trotzdem drängen wir uns weiter durch den Arbeitstag – mit der Hoffnung, dadurch produktiver zu sein.
In diesem Artikel schauen wir uns an, warum wir Pausen oft verschieben, welche Folgen das hat – und wie du dir kleine Auszeiten erlauben kannst, die dich nicht von deiner Arbeit abhalten, sondern sie erleichtern.
Warum wir Pausen aufschieben
Es gibt verschiedene Gründe, warum Pausen im Alltag so leicht hintenüberfallen. Die häufigsten sind:
1. Leistungsdruck und Perfektionismus
Viele von uns haben tief verinnerlicht: Leistung zählt – Ausruhen ist Luxus. Pausen wirken in diesem Denkmuster wie verlorene Zeit. Wer immer „on“ ist, zeigt Engagement. Wer Pausen macht, gilt als weniger motiviert. Dieses Mindset macht es schwer, auf den eigenen Körper zu hören.
2. Flow und falscher Ehrgeiz
Manchmal sind wir so vertieft in eine Aufgabe, dass wir gar nicht merken, wie die Zeit vergeht. Das klingt erstmal positiv – aber oft überschreiten wir unbemerkt die Grenze, an der unser Kopf nicht mehr frisch ist. Wir merken es erst, wenn wir nach Stunden aufblicken und plötzlich erschöpft sind.
3. Die Angst, den Faden zu verlieren
Gerade bei komplexen Projekten denken wir: „Wenn ich jetzt aufstehe, bin ich raus.“ Also machen wir weiter – auch wenn die Konzentration schon längst bröckelt. Dabei zeigen Studien, dass ein kurzer Break sogar dazu beiträgt, klarer zu denken und neue Ideen zu entwickeln.
4. Ständige Erreichbarkeit
Mails, Chats, Anrufe, Benachrichtigungen: Wir leben in einer Kultur, in der wir immer verfügbar sein sollen. Pausen fühlen sich fast verboten an – als würde man nicht reagieren, wenn man gebraucht wird.
Was passiert, wenn wir Pausen ignorieren?
Das kurzfristige Ergebnis: Wir sind länger am Stück beschäftigt. Doch mittel- und langfristig hat es seinen Preis.
Sinkende Produktivität: Unser Gehirn kann sich nicht unbegrenzt konzentrieren. Ohne Erholung sinkt die Effizienz, Fehler häufen sich.
Körperliche Verspannungen: Langes Sitzen ohne Bewegung führt zu Nacken- und Rückenschmerzen.
Stress und Erschöpfung: Wer Pausen übergeht, läuft Gefahr, in einen permanenten Alarmmodus zu geraten. Das kann zu innerer Unruhe, Schlafproblemen oder sogar Burnout führen.
Kreativitätsverlust: Neue Ideen entstehen oft dann, wenn wir kurz Abstand nehmen. Fehlen die Pausen, fehlt auch die Leichtigkeit im Denken.
Kleine Auszeiten, große Wirkung
Die gute Nachricht: Pausen müssen nicht lang sein, um wirksam zu sein. Schon wenige Minuten reichen aus, um Körper und Geist wieder in Balance zu bringen. Entscheidend ist, dass du dir erlaubst, bewusst abzuschalten – auch wenn es nur kurz ist.
Hier drei einfache Übungen, die du in deinen Alltag einbauen kannst:
1. Atemfokus (2 Minuten)
Eine kurze Atemübung bringt dich sofort ins Hier und Jetzt.
So geht’s:
Setz dich entspannt hin, schließ die Augen oder senke den Blick.
Atme tief durch die Nase ein und zähle dabei bis 4.
Halte den Atem für 2 Sekunden.
Atme langsam durch den Mund aus, zähle bis 6.
Wiederhole das für 6–8 Atemzüge.
**Effekt: Deine Gedanken beruhigen sich, Stresshormone sinken, und dein Nervensystem bekommt ein kleines Reset.
2. Mini-Stretch für Nacken & Schultern (1–2 Minuten)
Besonders praktisch für alle, die viel am Schreibtisch sitzen.
So geht’s:
Zieh die Schultern kräftig nach oben zu den Ohren, halte 3 Sekunden und lass sie fallen.
Lege den Kopf sanft zur Seite (rechtes Ohr zur rechten Schulter), halte die Dehnung für 20 Sekunden. Dann Seite wechseln.
Zum Abschluss den Kopf langsam nach links und rechts drehen.
**Effekt: Löst Verspannungen und bringt frische Energie.
3. 5–4–3–2–1 Sinnesübung (3 Minuten)
Eine kleine Achtsamkeitspraxis, die dich aus dem Autopilot-Modus holt.
So geht’s:
Benenne für dich 5 Dinge, die du siehst.
4 Dinge, die du spürst (z. B. Boden unter den Füßen).
3 Dinge, die du hörst.
2 Dinge, die du riechst.
1 Sache, die du schmeckst oder bewusst wahrnimmst.
**Effekt: Dein Kopf wird frei, du findest zurück in den Moment.
So baust du Pausen wirklich in deinen Alltag ein
Das Wissen um kleine Übungen allein reicht oft nicht. Der entscheidende Schritt ist, sie auch konsequent in deinen Alltag zu integrieren. Hier ein paar praktische Strategien:
Pausen einplanen
Blockiere dir feste Zeiten im Kalender – so selbstverständlich wie Meetings. Schon drei kleine Pausen am Tag können einen Unterschied machen.
Erinnerungen setzen
Stell dir einen sanften Wecker oder nutze Apps, die dich an Pausen erinnern. Nach einer Weile wirst du die Signale deines Körpers auch wieder besser selbst wahrnehmen.
Rituale schaffen
Verknüpfe Pausen mit festen Auslösern: Nach jedem Telefonat einmal aufstehen, nach dem Mittagessen eine Atempause, vor dem Feierabend ein kurzer Stretch.
Umgebung bewusst wechseln
Steh auf, geh ans Fenster oder kurz nach draußen. Schon ein paar Schritte verändern deine Perspektive und geben deinem Gehirn neue Energie.
Fazit: Pausen sind kein Luxus, sondern Teil der Arbeit
Pausen zu verschieben, wirkt kurzfristig wie eine kluge Entscheidung – man glaubt, Zeit zu sparen. In Wahrheit kosten sie uns jedoch Konzentration, Gesundheit und Kreativität.
Wenn du dir erlaubst, kleine Auszeiten zu nehmen, wirst du nicht weniger leisten, sondern nachhaltiger und klarer arbeiten. Schon ein paar Minuten Atemfokus, ein Mini-Stretch oder eine kurze Sinnesübung können einen spürbaren Unterschied machen.
Mach dir bewusst: Eine Pause ist kein Stopp – sie ist ein Auftanken.
In meinem Coaching zeige ich dir weitere einfache Techniken, mit denen du dir Pausen ohne schlechtes Gewissen erlauben kannst.
Informier dich gerne über mein Angebot.


